Die Planung beim Orgelbau
Vor dem Beginn der eigentlichen Arbeiten steht natürlich
eine exakte Planung der neuen Orgel. Als Planungsgrundlage dienen
in erster Linie die Wünsche und Vorstellungen des Kunden.
Aber auch räumliche Gegebenheiten und eventuell vorhandene
zu restaurierende Orgelkomponenten müssen berücksichtigt
werden. Schon bei der Planung wird der Klangcharakter und spielerische
Eigenschaften des Instruments festgelegt.
Das Material
Holz, ein lebendiger Werkstoff bildet einen Großteil des Ausgangsmaterials für die Orgel. Nur fein ausgesuchtes und gut abgelagertes Holz wird für die Königin der Instrumente verwendet. Die Holzarten werden nach der späteren Beanspruchung, nach Gewicht, Statik und Haltbarkeit ausgewählt. Weiters werden verschiedene Metallwerkstoffe, unterschiedlich gegerbte Lederfelle, Filze, Pergamente und Papiere verwendet.
Das Orgelgehäuse
Hohe tischlerische Kenntnisse und Fähigkeiten sind erforderlich um dem Gehäuse in Rahmenbauweise Stabilität für Jahrzehnte zu verleihen. Die Holzverbindungen wie Zinken, Schlitz und Zapfen, Gehrungsverbindungen etc. werden nach alter traditioneller Handwerkskunst ausgeführt. Die Gehäuseteile werden in transportfreundliche Elemente verleimt und erst an Ort und Stelle endgültig zusammengesetzt.
Die Holzpfeifen
Von der größten bis zur kleinsten, werden alle Pfeifen bereits in der Werkstatt spielbar gemacht und auf ihren Klangcharakter getrimmt (Vorintonation). Die Holzpfeifen werden bei uns je nach Klangfarbe aus Kiefern-, Eichen-, Birnen oder Ahornholz gefertigt. Zusätzliche Klappen an den Pfeifenfüssen erleichtern bei einem späteren Service die Regulierung der Luftmenge für jede Pfeife.
Die Metallpfeifen
Zinn und Blei sind die Hauptbestandteile einer Legierung aus welchen die Metallpfeifen gefertigt werden. Durch den Zinn-, bzw. Bleianteil in der Legierung wird der Klangcharakter der Pfeifen vorbestimmt. Mit der Bauweise der Pfeifen werden weitere Klangmerkmale festgelegt. Auf einer speziellen Windlade für die Werkstatt werden die Pfeifen bereits für die Montage spielbar gemacht und grob gestimmt.
Die Balganlage
Um die Pfeifen mit dem nötigen Wind zu versorgen ist außer dem Gebläse, das die Luftmenge produziert, auch noch der Balg notwendig um den Luftdruck zu erzeugen. Der Balg besteht aus einer Holzkonstruktion, welche mit Lederschanieren und Lederdichtungen beweglich und dicht gemacht wird. In diesem Fall (siehe Bild) ist noch eine Schöpferfunktion (Winderzeugung ohne Motor) mit eingeplant.
Liebe zum Detail
Nicht nur für die mechanischen sondern auch für die klanglichen und optischen Eigenschaften der Orgel sind viel Idealismus notwendig um dem Instrument ein harmonisches Gesamtbild zu verleihen. Kunsttischlerische Holzbearbeitung wie z.B. schnitzen, drechseln, bohren und fräsen kombiniert mit technischem Wissen verleihen der Königin der Instrumente ein harmonisches Gesamtes in Form, Technik und Klang.
Die Vollendung
Bevor ein Instrument an Ort und Stelle seiner Bestimmung übergeben wird, führen wir eine Erstmontage und Funktionsprobe in der Werkstatt durch. Für die Oberflächenbehandlung der Holzteile kommen alte Rezepte und neue Erkenntnisse zur Anwendung.
Nach dem Transport zum Aufstellungsort erfolgt die Endmontage, Regulierung, Intonation (Klangfarbengebung) und Stimmung der Orgel.
Unsere Instrumente erhalten eine jahrelange Garantie inklusive einem Serviceplan, welcher Ihnen die Zufriedenheit auf lange Zeit sichert.
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